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Das Material der Kunst |
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Joseph
Beuys Stuhl mit Fett 1963 Quelle: http://www.galerie.athost.de/data/media/6/beuys.jpg |
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Erst mit den Aktionen von Joseph Beuys ist das Material deutlich sichtbar von seinem bisherigen Kontext der Formzurichtung befreit worden. Bei Beuys steht Fett für Fett, Filz für Filz und Honig für Honig. Material ist ästhetische Kategorie, nicht die Handhabung des Fettes und des Honigs, um im Beispiel zu bleiben, sind ausschlaggebend, sondern die dem Material innewohnenden Potentiale sind entscheidende Triebfeder Beuysscher Materialwerdung. Die Wärmeleitfähigkeit von Kupfer beispielsweise sind körpereigenen Prozessen zur Seite gestellt und zeigen in der gespeicherten und weitergegebenen Körperwärme das Potential der Zustandsänderung in sich. Den Schmelz- und Verformungsprozessen von Honig und Fett liegt eine Fließfähigkeit und damit Transformierbarkeit des Materials zugrunde. Joseph Beuys reklamiert die Transformationsfähigkeit programmatische auch für unsere Denkprozesse. Unser Denken aktiviert auch unsere Synapsen und regt Hirnregionen zum sogenannten "rauchenden Kopf" an. Diese Prozesshaftigkeit von Denkbewegungen kommen auch in der Idee von etwas, fußend auf den griechischen Begriff "Eidos = ein Bild machen von etwas", zum Ausdruck. Die Veränderbarkeit dieses wärmenden und unabgeschlossenen Prozesses führt Beuys dazu zu behaupten "Jeder Mensch ist ein Künstler", den Denken ist so gesehen plastisches Gestalten und hat Formung des geistigen Bildes und Wärmeerzeugung als Basis. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sogenannter traditioneller Materialien ist die von der Gegenstandsdarstellung befreite Farbe, wie sie bei John Mallord William Turner, teilweise bei Edvard Munch und sehr handfest in der informellen Malerei auftritt. |
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